Das triale System - ein innovativer Ausbildungsansatz
Das "triale System" gründet auf den folgenden drei Säulen, drei gleichbedeutend wichtigen Quellen der Ausbildung:
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- Theorie
- Theoretisches Wissen, das durch handlungsorientierte Lernmethoden vermittelt wird, welche die Studierenden ermutigen, sich kreativ mit den Inhalten auseinanderzusetzen; Arbeiten in methodisch vorbereiteter Gruppenarbeit und Übungen auch in den künstlerischen Disziplinen.
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- Praxis
- Integration der Ausbildung in die Praxis (die Studierenden werden von Mentoren an den Arbeitsstätten während der gesamten Ausbildungszeit angeleitet).
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- Kunst
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Künstlerische Fächer und Übungen. Die verschiedenen künstlerischen Übungsansätze (gemeint ist nicht theoretisch-akademisches Wissen) vermitteln Grunderfahrungen und Grundfähigkeiten für den späteren Berufsalltag wie vertieftes Wahrnehmen, differenziertes Einfühlungsvermögen, adäquate Responsivität und situatives Handeln. Die Anwendung der Kunst in der Berufsausbildung hat drei bedeutsame Aspekte:
- Sie ist Werkzeug für die Entwicklung persönlicher und sozialer Fähigkeiten
- Sie ist die methodische Verbindung zwischen Theorie und Praxis
- Sie ist ein belebendes Element für das Schaffen attraktiver und den Lernenden zuträglicher Umgebungen in den Ausbildungs- und Arbeitsstätten.
Das duale Ausbildungssystem, welches Theorie und Praxis kombiniert, ist ein sehr wichtiger Bestandteil der meisten Berufsausbildungssysteme innerhalb Europas. Dies gilt insbesondere für Deutschland, Norwegen, Dänemark und Österreich. Der Transfer des theoretischen Wissens in die Erfordernisse der praktischen Arbeit oder der von "schlafendem" Wissen in bewusst verfügbares theoretisches Wissen stellt jedoch ein Problem dar. Die Einführung und der Einsatz von Kunst und künstlerischem Üben in die Berufsausbildung hat sich in Bezug auf diese Prozesse als fruchtbar erwiesen und soll während des Projektes von verschiedenen Aspekten aus erforscht und dokumentiert werden.
Im Diskurs der zeitgenössischen Forschung, die sich mit Berufsausbildung auseinandersetzt, spricht man heute in Bezug auf die Arbeit in den Bereichen der Erziehung, Therapie, Gesundheit und des Sozialen von "Interaktionsberufen" (vgl. Büssing/Glaser 2003). Das Charakteristikum dieser Professionen ist die besondere Form des Handelns und die zwischenmenschliche Interaktion. In der konkreten Situation soll ein schöpferischer Prozess entstehen den man als sozialkünstlerischen bezeichnen kann.
- Aufmerksame Beobachtung der Gefühle des Klienten und ihre empathische Begleitung
- Fähigkeit, mit den eigenen Emotionen umzugehen und sie situationsgemäß regulieren und bewältigen zu können
- emotionales Mitgefühl und Fähigkeit zu handeln aus "Intuition" in der beruflichen Arbeitssituation
Unsere Erfahrung zeigt, dass die oben genannten persönlichen und sozialen Fähigkeiten typischerweise in den Arbeitsprozessen der Kunst entwickelt und gefördert werden:
- die Fähigkeit, vertieft und differenziert zu beobachten,
- der Mut, in offene Prozesse einzusteigen und Ziele aus einer ständig sich verändernden Situation immer neu zu greifen,
- die Fähigkeit, den Prozess zwischen Reflexion und Handeln mit Phantasie, Geduld und Durchhaltevermögen zu gestalten,
- as Vermögen, zielgerichtete Kreativität unter Einbeziehung persönlicher Stärken und Beschränkungen zu modifizieren,
- Flexibilität sowie
- Kommunikations- und Dialogfähigkeit.
In diesen künstlerischen Prozessen werden Schlüsselqualifikationen entwickelt, die ein großes Potential zum Transfer in alle Bereiche der Erziehungs- und Sozialarbeit haben. Wir möchten dieses Modell weiterentwickeln und es für alle Berufszweige, die sich im Feld der Erziehung, der Gesundheit und der sozialen Arbeit bewegen, verfügbar machen.

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