Zusammenfassung
Die Veränderungen von Einstellungen, Rechtslagen und europäischer Politik in Bezug auf Menschen mit Behinderungen haben zu einem Paradigmenwechsel geführt: von bisher der medizinischen Versorgung hin zur nun persönlichen und sozialen Unterstützung und Betreuung.
Um diesen Paradigmenwechsel im Alltag mit Menschen mit Behinderung fruchtbar werden zu lassen, müssen die entsprechenden Fachpersonen ihre Kompetenzen erweitern und vertiefen. Gefordert sind eine intensive Entwicklung und Schulung der persönlichen und der sozial-kommunikativen Kompetenz sowie eine grosse Flexibilität und Kreativität in der Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen.
Solche Kompetenzen müssen bereits während einer Ausbildung erworben werden können. Ausbilder müssen demzufolge in der Lage sein, sinnvolle und effiziente Wege der Aneignung dieser Kompetenzen anzubieten. Gefordert sind innovative Ansätze in der Ausbildung von Ausbildern. Ein solcher Ansatz wird in zahlreichen Ausbildungsstätten anthroposophischer Prägung bereits seit vielen Jahren praktiziert. Als besonders anspruchsvoll erweist sich in vielen sozialen Ausbildungen die Frage, wie Theorie und Praxis adäquat miteinander verbunden werden können. Das sogenannte triale Ausbildungsmodell bietet eine Lösung an, indem es diese wichtige Verbindung durch das Element der Kunst und der künstlerischen Betätigung herstellt. Die Erfahrung in anthroposophischen Einrichtungen zeigt, dass in künstlerischen Prozessen Schlüsselqualifikationen entwickelt werden können, die ein grosses Potential zum Transfer in alle Bereiche der sozialen Arbeit haben.
Im Rahmen des vorliegenden Projektes soll dieser Ansatz in der Ausbildung der Ausbilder im Bereich der Erziehung, Bildung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen erprobt werden. Als Hauptergebnis des Projektes soll ein europäisches Curriculum entstehen zur Weiterbildung für Dozierende, Praxisausbilder und Künstler, die in der Ausbildung tätig sind. Die Erprobung wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert, sodass als weiteres Ergebnis ein Forschungsbericht vorliegen wird. Darüber hinaus werden die Projektteilnehmer und -teilnehmerinnen Berichte zu einzelnen speziellen Fragestellungen im Zusammenhang mit der trialen Methode verfassen. Insgesamt soll das Projekt dazu beitragen, die Qualität von Ausbildern zu erhöhen und damit den eingangs erwähnten Anforderungen gerecht zu werden.
Die vielseitige Partnerschaft von 28 Teilnehmern umfasst: Seminare / Anbieter Beruflicher Ausbildung, Trainings-Organisationen, KMUs (kleine und mittlere Unternehmen), Unternehmensverbände, ein Forschungsinstitut, eine Universität, eine Gewerkschaftsorganisation, sowie Elternverbände. Die Partner kommen aus 13 Ländern (Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Rumänien, Schweden und Grossbritannien). Aus Russland und der Schweiz nehmen drei Organisationen als "stille" Partner teil.
Dauer
01. Oktober 2005 - 30. September 2007
Projekt Promoter
ECCE (European Co-operation in anthroposophical Curative Education and Social Therapy) Der internationale Ausbildungskreis der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie

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